Wetterbüchlein

Eine Seite aus dem Wetterbüchlein
Eine Seite aus dem Wetterbüchlein
Der Hundertjährige Kalender war nicht der erste Versuch Wetterbeobachtungen oder Wetterregeln schriftlich festzuhalten. Bereits im Jahr 1505 erschien erstmals das Wetterbüchlein, ein meteorologisches Volksbuch von Leonhard Reynmann.

Das Wetterbüchlein gehört zu den ältesten Werken seiner Art.

Das Wetterbüchlein ist außerdem das erste Verzeichnis von Wetterregeln, das sich nicht ausschließlich auf die Wetterkunde aus antiken und mittelalterlichen Quellen stützt, sondern auch auf Beobachtungen. Quellen werden dennoch nicht gänzlich ignoriert. So beruft sich das Büchlein auch auf ältere astrologische Quellen, teilweise werden diese, wie Ptolemaios, auch wörtlich übernommen.

Zwischen 1505 und 1570 erschien das Wetterbüchlein in 17 verschiedenen Ausgaben. Zwölf dieser Ausgaben sind auch exakt datiert. Die Erstausgabe des Wetterbüchleins ist nicht erhalten, sie ist nur noch aus Zitaten bekannt. Eine Rezeption des Wetterbüchleins ist bis ins frühe 19. Jahrhundert nachgewiesen. Auch im englischen Sprachraum waren vom 16. bis ins 18. Jahrhundert Übersetzungen im Umlauf.

Aufbau des Wetterbüchleins

Wetterbüchlein
Wetterbüchlein
Das Buch beginnt mit einem in Versen gefassten Prolog, in dem gegenüber den mündlichen Überlieferungen der Bauern eine größere Seriosität behauptet wird. Das eigentliche Regelwerk ist in Prosa verfasst. Einige der Wetterregeln haben als Bauernregeln auch Eingang ins traditionelle, mündlich überlieferte Wissen gefunden. Am Ende des Wetterbüchleins stehen wieder etwa 50 gereimte Verse, die sich größtenteils mit der Deutung von Vorzeichen für Regen beschäftigen. Einige dieser Regeln lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen.

Reynmann, Leonhard: Wetterbüchlein, Von warer erkanntnus des wetters, Augsburg, 1514