Hundertjähriger Kalender

Wettervorhersagen im Siebenjahres Zyklus

Aprilwetter und Bauernregeln

Die wohl bekannteste Bauernregel ist die über den April, denn der April macht was er will. Das sprichwörtliche Aprilwetter ist demnach launisch und wechselhaft. Sonnenschein, Bewölkung, Regen und sogar Schnee können sich in diesem Monat abwechseln und das im schnellen Wechsel.

Wechselhafte Aprilwetter ist keine Einbildung

Das Wechselhafte des Aprilwetters ist dabei keine Einbildung. Im Frühjahr erwärmt sich die Luft über Südeuropa und Afrika aufgrund der unterschiedlichen Intensität der Sonnenstrahlung schneller als über Nordeuropa und dem Meer. Dadurch entsteht ein großes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd. Da der Unterschied anfangs sehr groß ist und die Lufttemperatur bestrebt ist, sich auszugleichen, kommt es an der Grenze, die sich im April gerade über Mitteleuropa befindet, zu einem ständigen Wetterwechsel.

Aprilwetter 2016
Aprilwetter 2016 – plötzlich schneit es. Gerade schien noch die Sonne.

Warme und kalte Luft treffen sich im April über Mitteleuropa

Die warme Luft aus dem Süden vermischt sich mit der kalten Luft aus dem Norden. Die kalte Luft enthält viel Feuchtigkeit, während die warme Luft aus dem Süden relativ trocken ist. Auf dem Festland wird die kalte Luft nun erwärmt und steigt dadurch auf. Dabei entstehen Wolken. In höheren Luftschichten befindet sich jedoch die warme Luft aus dem Süden, die daraufhin absinkt. Dabei erwärmt sie sich weiter und löst vorhandene Wolken wieder auf.

So entsteht das typische Aprilwetter mit kurzen Schauern, kräftigem Wind und teilweise wolkenfreien Tagen.

Sprichwörter und Bauernregeln rund um das Aprilwetter

  • April, April, der macht, was er will!
  • Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.
  • Aprilwetter und Weibertreu, das ist immer einerlei.
  • April: Mehr Regen als Sonnenschein, dann wird’s im Juni trocken sein.
  • April und Weiberwill ändern sich schnell und viel.
  • Der April kann rasen. Nur der Mai hält Maßen.

Namen für den April: Ostermond (wobei Ostern ja nicht immer im April gefeiert wird), Knospenmonat oder Lauring.

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Weitere Wetterregeln für den April

Neben den allgemeinen Wetter- und Bauernregeln im April, gibt es auch solche, die sich auf bestimmte Lostage beziehen.

Allgemeine Bauernregeln für den April

Die wohl bekannteste allgemeine Bauernregel für den Monat April ist: Der April tut, was er will.

Aber es gibt noch weitere dieser allgemeinen Regeln zum Wetter im wechselhaften April:

  • Der April kann rasen. Nur der Mai hält Maßen.
  • Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn.
  • Wenn der April Spektakel macht, gibt’s Korn und Heu in voller Pracht.
  • Je eher im April der Schlehdorn blüht, je früher der Bauer zur Ernte zieht.
  • Heller Mondschein im April schadet den Blüten nicht.
  • Aprilschnee ist der Grasbrüter.
  • Aprilschnee bringt Gras und Klee.
  • Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.
  • April und Weiberwill ändern sich schnell und viel.
  • Blüht die Esche vor der Eiche, gibt es eine große Bleiche (= trockener Sommer), blüht die Eiche vor der Esche, gibt es eine große Wäsche (= verregneter Sommer).

Mit Warnungen vor Scherzen – 1. April

Und dann gibt es noch Wetterregeln für den April, die an bestimmte Daten geknüpft sind. Mal ohne Heilige die für den 1. April:

  • Säen am 1. April verdirbt den Bauern mit Stumpf und Stiel.
  • Scherz verscheut Unheil.
  • Den 1. April musst du gut übersteh’n, dann kann dir nichts Böses mehr gescheh’n.

Die Redensart „in den April schicken“ ist tatsächlich bereits etwas älter. Erstmals überliefert ist sie in Deutschland 1618 in Bayern. Der 1. April galt wohl schon früher als Unglückstag (zu diesen Unglückstagen zählten auch Freitag, die auf einen 13. Fallen). Warum ausgerechnet am 1. April aber so viele Scherze stattfinden? Angeblich soll an einem, 1. April Luzifer in die Hölle eingefahren sein.

Bauernregeln zu bestimmten Lostagen im April

2. April: St. Rosamunde

  • Bringt die Rosamunde viel Sturm und auch Wind, ist er viel später uns gelind. oder: Bringt Rosamunde Sturm und Wind, so ist Sybille (29. April) uns gelind.
  • Sturm und Wind an Rosamunde bringt dem Bauern gute Kunde.

3. April: St. Chrestus und St. Pappus

  • Wer an Christian säet Lein’, bringt schönen Flachs in seinen Schrein.

4. April: St. Ambrosius

  • War’s an Ambrosius schön und rein, wird’s an Florian (4. Mai) umso wilder sein.
  • Der heilige Ambrosius schneit oft dem Bauern auf den Fuß.
  • Erbsen säe an Ambrosius, so tragen sie reich und geben Mus.
  • Ist Ambrosius schön und rein, wird Sankt Florian (5. Mai) ein Wilder sein.

5. April: St. Vinzenz

  • Ist Sankt Vinzenz Sonnenschein, bringt es viele Körner ein.
  • Tritt St. Vinzenz in die Hall’, bringt er uns die Nachtigall.
  • Ist Sankt Vinzenz Sonnenschein, gibt es viel und guten Wein.

8. April: St. Amantius/Amandus

  • Wenn es viel regnet um den Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag.
  • Ist’s um Amandus schön, wird der Sommer keine Dürre seh’n.

9. April: St. Waltraud

  • Hört Waltraud nicht den Kuckuck schrein, dann muss er wohl erfroren sein.
  • Bringt Genoveva (3. Januar) uns Sturm und Wind, so ist uns Waltraud oft gelind.

10. April: St. Ezechiel/Hesekiel

  • An Ezechiel, dem 100. Tag nach Neujahr, da säe Leinsamen, dann gedeiht er wunderbar.
  • Ezechiel, mach schnell, mach’s fein, tu deinen Lein’ ins Geld hinein.

13. April: St. Martin

  • So wie Martin es will, so zeigt sich dann der ganze April.

14. April: St. Tiburtius

  • Tiburtius kommt mit Sang und Schall, er bringt den Kuckuck und die Nachtigall.
  • Wenn der Tiburtius schellt, grünt der Garten und das Feld.
  • Am Tiberiustag die Natur nun endlich grünen mag.
  • Grüne Felder am Tiburtiustag, die ziehen viel Getreide nach.
  • Tiburtius kommt uns sehr gelegen, mit seinem grünen Blättersegen.
  • Nach dem Tiburtiustag alles, alles grünen mag.

15. April: Kuckuckstag

  • Der 15. April der Kuckuckstag heißen will.
  • Am 15. April der Kuckuck rufen soll, und müsste er rufen aus einem Baum, der hohl.
  • Tiburtius ist des Bauern Freund, doch nur, wenn auch der Kuckuck schreit.

22. April

  • Gewitter vorm Georgiustag (23. April), folgt gewiss noch Kälte nach.
  • Wenn vor Georgi Regen fehlt, wird man hernach damit gequält.

23. April: St. Georg

  • Sankt Georg kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel angeritten. (Schimmel = die letzten Schneeflocken des Frühlings)
  • Kommt der Georg auf einem Schimmel, kommt ein gutes Frühjahr vom Himmel.
  • Ist’s an Georgi warm und schön, wird man noch rauhe Wetter seh’n.
  • Ist’s an Georgi hell und warm, gibt’s noch ein Wetter, dass Gott erbarm.
  • Georg und Markus (25. April) ganz ohne Trost, erschrecken uns sehr oft mit Frost.
  • Gab es Gewitter am Georgitag, so folgt gewiss noch Kälte nach.
  • Auf St. Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte.
  • Was bis Georgi die Reben treiben, wird ihnen nicht bis zum Gallus (16. Oktober) bleiben.
  • Zu Georgi „blinde“ Reben, volle Trauben später geben.
  • Sind die Reben an Georg noch „blutt“ und blind, freut sich der Winzer mit Frau und Kind.
  • Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick und zieht sich nochmal zurück.
  • Kann der Georg im Korn die Krähe verstecken, wird sich das Mehl häufen zu prallen Säcken.
  • Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
  • Es deutet eine gute Ernte an, wenn sich zu Georg schon die Krähe im Korn verstecken kann.
  • Des St. Georgs Pferd, das tritt den Hafer in die Erd.
  • Der Georgstag, der ist der Pferde Ehrentag.
  • Georgi bringt grüne Schuh. (Früher mussten die Kinder ab diesem Tag auf ihre Winterschuhe verzichten.)
  • Zu Georgi blinde Reben, volle Trauben wird es später geben.

24. April: St. Fidelis

  • Wenn’s friert an Sankt Fidel, bleibt’s 15 Tag noch kalt und hell.

25. April: St. Markus

  • Georg (23. April) und Markus ganz ohne Trost, erschrecken uns sehr oft mit Frost.
  • Georgus (23. April) und Marks, die bringen oftmals was Arg’s; Philippi und Jakobi (1. Mai), sind dann noch zwei Grobi; Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai), das sind erst drei Lumpazi. Oft der Urban gar (25. Mai), ist streng fürwahr, und Peter und Paul (29. Juni), die sind meist nur faul.
  • Wie jetzt an Markus sich das Wetter hält, so ist es auch oft im Herbst zur Ernte bestellt.
  • Vor dem Markustag, sich der Bauer hüten mag.
  • Gibt’s an Markus Sonnenschein, hat der Winzer guten Wein.
  • Ist’s jetzt um den Markus warm, friert man danach bis in den Darm.
  • Wer erst zu Markus legt die Bohnen, dem wird er’s reichlich lohnen; doch Gerste, die sei längst gesät, denn nach dem Markus ist’s zu spät.
  • An Markus, da versteckt die Socken, unsere Krähe im Roggen.
  • Bauen um Markus schon die Schwalben, so gibt’s viel Futter, Korn und Kalben.
  • Leg erst nach Sankt Markus Bohnen, er wird’s dir lohnen.

27. April: St. Petrus Canisius (Kanisius), Zita

  • Hat Sankt Peter das Wetter schön, kannst du Kohl und Erbsen sä’n.
  • Auf des heiligen Peters Fest sucht der Storch sein Nest.

28. April: St. Vital/Vitalis

  • Ist es noch kalt auf St. Vital, friert es uns noch fünfzehnmal.
  • Friert’s an Sankt Vidal, friert es wohl noch fünfzehnmal.

30. April: Walpurgisnacht

  • Regen in der Walpurgisnacht hat stets ein gutes Jahr gebracht.
  • In der Walpurgisnacht Regen bringt uns reichen Erntesegen.
  • Walpurgisfrost ist schlechte Kost.
  • Walpurgisnacht Regen oder Tau – auf ein gutes Jahr bau.
  • Sturm und Wind in der Walpurgisnacht hat Scheune und Keller vollgemacht.
  • Auf ihren Besen mit bösem Sinn reiten die Hexen zum Blocksberg hin. (Angeblich treffen sich an diesem Tag die Hexen auf dem Blocksberg = Brocken im Harz.)
  • Ist die Hexennacht voll Regen, wird’s ein Jahr mit reichlich Segen.

 

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