Hundertjähriger Kalender

Wettervorhersagen im Siebenjahres Zyklus

Bauernregeln für Juni

Die wohl bekanntesten Bauernregeln für Juni ranken sich rund um den Siebenschläfer am 27. Juni. Der Siebenschläfertag ist aber nur einer von mehreren Tagen zu denen es im Juni explizit Bauernregeln gibt. Und das die Ernte kurz bevor steht, merkt man der einen oder anderen Juni-Bauernregel auch an.

Weitere Namen für den Juni

Früher wurde der Juni Brachmonat (Brachmond, Brachet) genannt, aber auch Weidemaent und Johannismond. Im Juni wird rund um den Johannistag am 24. Juni auch der längste Tag (und damit auch die kürzeste Nacht) gefeiert, zumindest auf der Nordhalbkugel. Es findet die Sonnenwende statt. Im gregorianischen Kalender ist der Juni der sechste Monat. Benannt ist der Monat nach der römischen Göttin Juno, der Gattin des Göttervaters Jupiter. Verschiedene Versuche römischer Kaiser diesem Monat einen anderen Namen zu gehen scheiterten.

In Gärtnerkreisen ist der Juni auch als Rosenmonat bekannt, schließlich erreicht die Rosenblüte in diesem ersten Sommermonat ihren Höhepunkt.

Der Vollmond im Juni wird manchmal auch als Erdbeermond bezeichnet.

Das Wetter im Juni

Ende April freue ich mich auf einen schönen Mai und in diesem fällt mir oft auf, dass tagsüber warm nichts über die Nachttemperaturen aussagt und freue mich auf den Juni. Aber auch in diesem Monat gibt es noch keine ganztägliche oder ganznächtliche kurze Hosen Garantie. Der Juni kann doch oft sehr wechselhaft sein, das zeigen auch einige allgemeine Bauernregeln zu diesem Monat, in denen Donner und Gewitter immer wieder vorkommen. Wie wichtig der Juni auch für den Ertrag in der Landwirtschaft ist, zeigen Regeln wie „Ist der Juni warm und nass, gibt es viel Korn und noch mehr Gras.“

Am Ende des Monats ist der 27. Juni sehr wichtig. Schließlich ist dann Siebenschläfer. Wie an diesem Tag das Wetter sein soll, soll es immerhin sieben Wochen bleiben. Da es Ende Juni oft stabile Wetterlagen über Deutschland gibt, stimmt diese Regel auch sehr häufig. Noch genauer wird diese Vorhersage, wenn man das ursprüngliche Datum des Siebenschläfertages im jetzigen Juli zu Rate zieht, seit der Einführung des Gregorianischen Kalenders ab dem Jahr 1582 liegt der Siebenschläfertage wettermäßig ein paar Tage früher im Jahr. Ursprünglich lag der Siebenschläfertag auf einen Tag, der heute wettermäßig mit dem 7. Oder 8. Juli zusammenfallen würde.

Stabil ist die Wetterlage dann aber erst, wenn die sogenannten Jetstreams, Starkwinde in der oberen Atmosphärenschicht, stabil bleiben.

Die Wetterregel zum eigentlichen Siebenschläfertag ist auch nur relativ zuverlässig. In weiten Teilen Deutschlands liegt die Trefferquote damit auch nur bei 60 bis 70 Prozent. In Norddeutschland ist diese Vorhersage etwas genauer. Das liegt aber weniger an den Jetstreams, sondern an Ostsee und Nordsee, diese beeinflussen das Wetter in Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern dann doch stärker.

Allgemeine Bauernregeln im Juni

Donner und Gewitter sind Themen bei den Bauernregeln im Juni.

  • Im Juni viel Donner bringt einen trüben Sommer.
  • Gibt’s im Juni Donnerwetter, wird gewiss das Getreide fetter.
  • Im Juni ein Gewitterschauer macht das Herz gar froh den Bauer.
  • Menschensinn und Juniwind ändern sich oft sehr geschwind.
  • Ohne Tau kein Regen heißts im Juni allerwegen.
  • Im Juni kühl und trocken, gibt’s was in die Milch zu brocken.
  • Was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen.
  • Wenn im Juni der Nordwind weht das Korn zur Ernte trefflich steht.
  • Wenn kalt und nass der Juni war, verdirbt er das ganze Jahr.
  • Ist der Juni warm und nass, gibt’s viel Korn und noch mehr Gras.

Wetterregeln mit festem Datum

Bauernregel mit bestimmten Datum bzw. zu einem bestimmten Heiligentag, sind Wetterregeln zu einem bestimmten Lostag. Was sind Lostage?

1. Juni St. Fortunatus, St. Justina

  • War’s an Fortunatus klar, gibt’s ein gutes Erntejahr.
  • Justin klar, gutes Jahr.
  • Schönes Wetter auf Fortunat, ein gutes Jahr zu bedeuten hat.

8. Juni St. Medardus

  • An Sankt Medardus wird ausgemacht, ob 40 Tag die Sonne lacht.
  • Wie jetzt der Medardus wettert, solch Wetter 30 Tage zittert.
  • Regen am Medardustag verdirbt den ganzen Heuertrag.
  • Was der Medardus für ein Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fällt.
  • Ein sonniger Medardustag, der stillt aller Bauern Klag’.

10. Juni St. Margarete

  • Regnet’s am Margaret(h)entage, dauert der Regen noch vierzig (auch: vierzehn) Tage.
  • Hat die Margaret keinen Sonnenschein, bringt man das Heu nicht trocken rein.

11. Juni St. Barnabas

  • Sankt Barnabas schneidet das Gras.
  • Der Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was vielleicht schon verdorben ist.
  • Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.
  • Nach Barnabas die Sonne weicht, auf Luzia (13. Dezember) sie wieder zu uns schleicht.

13. Juni St. Antonius

  • Wenn Sankt Anton gut Wetter lacht, St. Peter (29. Juni) viel in Wasser macht.
  • Regnet’s am Antoniustag, wird’s Wetter später wie es mag.
  • Hat Antonius starken Regen, geht’s mit der Gerste wohl daneben.

15. Juni St. Veit/Vitus

  • Ist zu Sankt Veit der Himmel klar, dann gibt’s gewiss ein gutes Jahr.
  • Nach dem St. Veit, da ändert sich bald die Jahreszeit.
  • Regen am St. Vitustag die Gerste nicht vertragen mag.
  • Der alte Vit, der bringt nur Regen mit.

16. Juni St. Benno

Wer auf Sankt Benno baut, kriegt viel Flachs und Kraut.

19. Juni St. Gervasius

Wenn’s regnet auf St. Gervasius, es 40 Tage regnen muss.

21. Juni: Sommeranfang, Sommersonnenwende

– der längste Tag des Jahres, der heute oft herbei gesehnte Sommeranfang –

  • Ist die Milchstraße klar zu seh’n, bleibt das Wetter schön.
  • Funkeln heut’ die Stern’, spielt der Wind bald den Herrn.

24. Juni Johannistag/Geburt Johannes des Täufers

Johannisfeuer haben eine lange Tradition.

  • Am Johannistag die ersten Kirch’ nach Hause trag.
  • Bis Johannis wird gepflanzt, ein Datum, das du dir merken kannst.
  • Stich den Spargel nie mehr nach Johanni.
  • Wenn es am Johannistag regnet, dann regnet es Pilze.
  • Sankt Johannis Regengüsse verderben die besten Nüsse.
  • Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen.
  • Regnet’s am Johannistag, so regnet es noch vierzehn Tag.
  • Das Jahr, das nimmt ein gutes End’, wenn das Emd trocken in der Scheune ist.

27. Juni Siebenschläfertag

Unter den Tagen, für die Bauernregeln gelten, ist im Juni der Siebenschläfertag einer der Vielbeachteten. Kein Wunder, schließlich soll das Wetter am Siebenschläfertag das Wetter für die nächsten sieben Wochen vorhersagen können. Siehe auch: Bauernregeln Siebenschläfer.

  • Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
  • Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.
  • Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.

29. Juni: Peter und Paul

  • Regnet’s an Peter und Paul, wird des Winzers Ernte faul.
  • Peter und Paul hell und klar bringt ein gutes Jahr.

Zum Weiterlesen: Bauernregeln Mai | Hundertjähriger Kalender | Bauernregeln Juli

Namen für den Juni: Brachmond, Rosenmond oder Johannismonat.