Hundertjähriger Kalender

Wettervorhersagen im Siebenjahres Zyklus

Bauernregeln Mai

Der Mai ist der fünfte Monat im Jahr und der, der in unseren Breitengraden oft ein wenig Sommergefühl vermittelt. Nach dem wechselhaften April scheint der Mai Beständigkeit zu versprechen. Allerdings kann es dann trotzdem noch mal recht kühl werden, insbesondere Nachts. Und so finden sich mit den Eisheiligen vom 11. Bis zum 15. Mai auch gleich eine ganze Reihe von Lostagen, die mit Wetterregeln gespickt sind:

Eisheilige

Der zunehmenden Wärme des Frühsommers soll man sich erst nach den Eisheiligen sicher wähnen.

Der Mai gilt als Wonnemonat und Blumenmond. Sein Name leitet sich vom mittelhochdeutsch meie (Frühling) ab.

Namensgeberin für den Mai

Wie so viele andere Monate auch hat der Monat Mai (lateinisch Maius) seinen Namen einer römischen Göttin zu verdanken und zwar der Maia. Der römischen Göttin Maia wurde früher am ersten Tag ihres Monats ein Opfer dargebracht. Der Monat Mai als mensis Maius hatte wohl bereits bei den Römern eine gewisse Bedeutung im Bauernjahr, soll das Wort Maius doch von der Wortwurzel *mag stammen und diese bedeutet Wachstum und Vermehrung.

Die Göttin Maia wird auch mit der Fruchtbarkeitsgöttin Bona Dea identifiziert. Deren Fest wurde ebenfalls im Mai gefeiert.

Im Gegensatz zur Theorie der Namensgebung in Anlehnung an die Göttin Maia liefert der römische Dichter Ovid eine zweite Etymologie, in der er sagt, dass der Monat Mai nach den maiores, lateinisch für „Ältere„, benannt ist, und dass der folgende Monat (Juni) nach den iuniores, oder „jungen Leuten„, benannt ist.

Aber nicht immer wurde der Monat Mai bei den Römern so genannt. Unter Nero hieß der Monat Claudius (was einer der Vornamen des Kaisers war) und unter Kaiser Commodus dann Lucius (ebenfalls einer seiner Vornamen).

Marienmond

Da im katholischen Kirchenjahr der Mai besonders der Verehrung der Gottesmutter Maria gewidmet ist, wird dieser Monat auch als Marienmond bezeichnet.

Wonnemond und Blumenmond

Karl der Große (8./9. Jahrhundert) nannte den Monat Wonnemond (wunnimanot, Weidemonat), es war der Monat, in dem das Vieh wieder auf die Weide durfte.

Da im Monat Mai viele Pflanzen ihre Hautblütezeit haben, wird dieser Monat auch Blumenmond genannt.

Weitere Besonderheiten im Mai:

Maifeiertag

Der Mai beginnt mit einem Feiertag, dem Tag der Arbeit. Einem Feiertag der Arbeiterbewegung. Vielerorts wird dieser in Deutschland freie Tag auch für Maifeiern genutzt (Tanz in den Mai).

Muttertag

In vielen Ländern haben Mütter im Mai ihren Ehrentag. Eine ganze Zahl von Ländern haben den Muttertag auf den 2. Sonntag im Mai gelegt, darunter auch Deutschland, aber auch die Vereinigten Staaten.

Meteoriten im Mai

Im Mai ist auch ein mittelstarker Meteorstrom am Himmel zu beobachten, die Eta-Aquariiden (Mai-Aquariiden). Sie stammen vom Halleyschen Kometen, für den seit mehr als zwei Jahrtausenden Sichtungen nachgewiesen sind. Der Name „Aquariiden“ geht auf die lateinische Bezeichnung des Sternbilds Wassermann zurück. Die Eta-Aquariiden sind von Mitteleuropa aus nur etwa in der letzten Stunde vor der Morgendämmerung beobachtbar. Insgesamt dauert dieses Himmelsereignis vom 21. April bis zum 20. Mai an und erreicht um den 6. Mai seinen Höhepunkt.

  • Der Geburtsstein des Monats Mai ist der Smaragd, der als Symbol für Liebe und Erfolg gilt.
  • Die Geburtsblumen des Mai sind das Maiglöckchen.
  • Die Tierkreiszeichen für den Monat Mai sind Stier (bis 19. Mai) und Zwillinge (ab 20. Mai).
  • In der nördlichen Hemisphäre ist der Mai ein Frühlingsmonat, auf der südlichen Erdhalbkugel gehört er zum Herbst, er entspricht hier etwa unserem November.
  • Der Mai ist der internationale Monat der Mittelmeerdiät.

Bauernregeln und Wetterregeln für den Mai

Das der Mai recht wichtig für das bäuerliche Jahr ist, zeigt sich, dass dieser wohl der Fruchtbarkeitsgöttin Maia gewidmet war. Auch der Hinweis auf Karl den Großen, der den Mai in Wonnemonat umbenannte, als den Monat, in dem das Vieh auf die Weide durfte, zeigt seine Wichtigkeit als Monat, in dem der Winter fast gänzlich weicht und man sich auf wärmere Temperaturen (zumindest ab den Eisheiligen) einstellen darf. Dementsprechend gibt es auch eine ganze Reihe von Bauern- und Wetterregeln für den Mai.

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Allgemeine Wetterregeln Mai

  • Donner und Fröste im Wonnemond, Müh’ und Arbeit wenig lohnt.
  • Das Jahr fruchtbar sei, wenn’s viel donnert im Mai.
  • Ist der Mai recht heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken.
  • Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass.
  • Wenn im Mai die Wichteln schlagen, läuten sie von Regentagen.
  • Regen im Mai bringt fürs ganze Jahr Brot und Heu.
  • Gewitter im Mai bringen Früchte herbei.
  • Ein Bienenschwarm im Mai ist wert ein Fuder Heu.
  • Mairegen bringt Segen.
  • Ein nasser Mai schafft Milch herbei.
  • Ein kühler Mai wird hochgeacht’, hat stets ein gutes Jahr gebracht.
  • Grünt die Eiche vor der Esche, gibt’s im Sommer große Wäsche. Treibt die Esche vor der Eiche, bringt der Sommer große Bleiche.

Wetterregeln Mai mit Datum

Und im Mai gibt es eine reihe von Lostagen, die mit ihren entsprechenden Wetterregeln verknüpft sind. Ganz besondere Lostage sind die der Gruppe der Eisheiligen Mitte Mai.

1. Mai: Philippus und Jakobus, Walburga

  • Am 1. Mai Reif oder nass, macht den Bauern immer Spaß.
  • So viele Fröste vor Wenzeslaus (28. September) fallen, so viele nach Philippi folgen.
  • Wenn die Sonne gut ist am 1. Mai, gibt es viel Korn und ein gutes Heu.
  • Wenn es regnet am 1. Mai, regnet es auch weiter glei’.
  • Regnet’s am ersten Maientag, viele Früchte man erwarten mag.
  • Wenn’s Wetter gut am 1. Mai, gibt es viel und gutes Heu.
  • Wenn der 1. Mai schellt, grünt das ganze Feld.
  • Fällt am 1. Mai Reif, so hofft man auf ein gutes Jahr.
  • Fällt Reif am 1. Mai, bringt er im Feld viel Segen herbei.
  • Kommt der 1. Mai mit Schall, bringt er Kuckuck und Nachtigall.
  • Sind Philippus und Jakobus nass, hat der Bauer großen Spaß.
  • Philippi und Jakobi – viel fress’ i, wenig hab’ i. (Die Bauern warteten auf die nächste Ernte; sie mussten mit ihren Vorräten auskommen.)

3. Mai: Kreuzauffindung, St. Jakobus, St. Philippus

  • Wie’s Wetter am Kreuzauffindungstag, bis Himmelfahrt es bleiben mag.
  • Wenn es am Kreuztag heftig regnet, werden alle Nüsse leer und sind nicht gesegnet.
  • Zu Philipp und Jakobi Regen bedeutet viel Erntesegen.
  • Am Sankt Philips Tag die Linsen zum Felde trag.

4. Mai: St. Florian

  • War’s an Ambrosius (4. April) schön und rein, wird’s an Florian umso wilder sein.
  • Der Florian, der Florian, noch einen Schneemann/hut setzen (tragen) kann.

7. Mai: St. Stanislaus

  • Wenn sich naht Sankt Stanislaus, schlagen alle Bäume aus.
  • Wenn sich naht Sankt Stanislaus, rollen die Kartoffel heraus.
  • Wenn Tränen weint der Stanislaus, das tut uns gar nicht leid, es werden blanke Heller draus, in ganz kurzer Zeit.

10. Mai: St. Gordian

  • Der Gordian, der Gordian, der richtet oft noch Schaden an.
  • Florian (4. Mai) und Gordian richten oft noch Schaden an.
  • Dem kleinen Gordian man nicht trauen kann.
  • Bohnen leg dir erst an, ist vorbei St. Gordian.
  • Dem Gordian, dem Gordian, man besser niemals trauen kann.

11. Mai: St. Mamertus (Eisheiliger)

Siehe auch: Eisheilige – (Eisheilige = Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie!)

  • Georgus und Marks (23. und 25. April), die bringen oftmals was Arg’s; Philippi und Jakobi (1. Mai), sind dann noch zwei Grobi; Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai), das sind erst drei Lumpazi. Oft der Urban gar (25. Mai), ist streng fürwahr, und Peter und Paul (29. Juni), die sind meist nur faul.
  • Der heilige Mamerz, der hat von Eis ein Herz; Pankratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif; Servatius’ Hund der Ostwind ist – hat schon manch’ Blümlein totgeküsst; und zum Schluss, da fehlet nie, die eisigkalte Sophie.
  • Pankrazi, Bonifazi, Servazi sind drei frostige Lumpazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
  • Mamertus, Pankratius und hinterher Servatius, sind gar gestrenge Herrn, die ärgern die Bauern und auch die Winzer gern.
  • Mamertus, Pankratius, Servatius, die bringen oft Kälte und Verdruss, doch auch der Bonifazi, das ist erst ein Lumpazi.
  • Pankratius, Servatius, Bonifatius, der Winzer sie beachten muss: Geh’n sie vorüber ohne Regen, bringt’s dem Weine großen Segen.
  • Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer juchhei.

12. Mai: St. Pankratius (Eisheiliger)

Siehe auch: Eisheilige

  • Wenn’s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert.
  • Pankratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif.
  • Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn.
  • Wenn es am Pankratiustag schön ist, so ist das gutes Zeichen zu einem schönen und reichen Herbst.
  • Pankraz und Servaz, zwei böse Brüder, was der Frühling gemacht, zerstören sie wieder.
  • Pankraz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.

13. Mai: St. Servatius (Eisheiliger)

Siehe auch: Eisheilige

  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Nach Servaz kommt kein Frost mehr her, der dem Rebstock gefährlich wär’.
  • Servatius’ Hund (Mund) der Ostwind ist – hat manches Blümlein totgeküsst.

14. Mai: St. Bonifaz (Eisheiliger)

Siehe auch: Eisheilige

  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie (15. Mai) kein Frost
  • Wer seine Schafe schert vor Bonifaz, dem ist die Woll’ lieber als das Schaf.

15. Mai: „Kalte Sophie“ (Eisheilige) – Sophia von Rom

Siehe auch: Eisheilige

  • Die kalt’ Sophie, die bringt zum Schluss ganz gern noch einen Regenguss.
  • Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.
  • Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer Juchei.

16. Mai: St. Nepomuk

  • Der Nepomuk uns das Wasser macht, dass uns ein gutes Frühjahr lacht.
  • Heiliger Sankt Nepomuk treib uns die Wassergüsse z’ruck.
  • Lacht zu Nepomuk die Sonne, dann gerät der Wein zur Wonne.
  • Heiliger Nepomuk bring’ uns die Wassergüss’ zuruck. (= Umkehrung des vorherigen Spruches, wenn es an diesem Tag zu starken Sonnenschein gab und die Hitze auf den Feldern brannte.)

24. Mai: St. Esther (Königin Ester)

  • Lein, gesät an Esthern, wächst am allerbesten.

25. Mai: St. Urban

  • Der Klemens (23. November) uns den Winter bringt, St. Petri Stuhl (22. Februar) dem Frühling winkt; den Sommer bringt uns St. Urban, der Herbst fängt nach dem Barthel (24. August) an.
  • Wie sich das Wetter an Urban verhält, so ist’s noch 20 Tage bestellt.
  • Das Wetter um den St. Urban zeigt auch des Herbstes Wetter an.
  • Scheint die Sonne hell am Urbanitag, wächst guter Wein nach alter Sag’; wenn es aber regnet, ist nichts gesegnet.
  • Viel Sonne bringen muss St. Orben, sonst die Trauben leicht verdorben.
  • Wenn der Urban kein gut’ Wetter hält, das Weinfass in die Pfütze fällt.
  • Urban, lass’ die Sonne scheinen, damit wir nicht beim Weine weinen.
  • Wie der Urban sein Wetter hat, so findet’s auch in der Lese statt.
  • Der Urban mit viel Sonnenschein, der segnet unsere Fässer ein.
  • Sankt Blas’ (3. Februar) und Urban ohne Regen, folgt ein guter Erntesegen.
  • Sankt Urban hell und rein, gibt viel Korn und guten Wein.
  • Beweglicher Feiertag bzw. Lostag, meist im Mai – Corpus Christi / Fronleichnam
  • Corpus Christ schön und klar, guter Wein in diesem Jahr.

31. Mai: St. Petronella / Maria Königin

  • Gibt es an Petronella Regen, wird sich auch das Getreide/der Hafer legen.
  • Wer erst Hafer sät an Petronell, dem wächst er gerne, gut und schnell.
  • Ist es klar an Petronell, messt den Flachs ihr mit der Ell’.
  • Nach schönem Wetter bei Petronell, da messt den Flachs ihr mit der Ell’.

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